Vom Schulprojekt zur Softwareentwicklung: Vanessa Kriebel im zdi-Heldinnen-Portrait

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Das Foto zeigt Vanessa Kriebel.
Foto: d.velop

Was passiert, wenn Schüler:innen einen ersten Einblick in die Welt der Informatik bekommen, ein Unternehmen kennenlernen und die Chance erhalten, eigene Ideen umzusetzen? Für Vanessa Kriebel führte dieser Weg in ihren heutigen Beruf. Aus einer Schülerin, die im Rahmen einer Kooperation zwischen Schule und Unternehmen ihre ersten Programmiererfahrungen erweitern konnte, wurde eine Softwareentwicklerin, die heute selbst junge Menschen für Informatik begeistert.

Ein Schulprojekt als Wegweiser

Bereits während ihrer Schulzeit am Gymnasium war Informatik für Vanessa mehr als nur ein Unterrichtsfach. Das Interesse wurde von Kindheit an geweckt: Ihr Vater arbeitet im IT-Bereich und brachte sie schon damals mit digitalen Themen in Berührung. Als Informatik später als Wahlfach angeboten wurde, war die Entscheidung schnell getroffen.

Einen entscheidenden Impuls erhielt Vanessa durch die Teilnahme an der mittlerweile langjährigen Kooperation zwischen dem Gymnasium Remigianum und dem Softwareunternehmen d.velop. Im Rahmen des Programms entwickeln Schüler:innen über ein halbes Jahr hinweg eigene Softwareprojekte und lernen gleichzeitig Arbeitsweisen aus der Praxis kennen. Das zdi-Zentrum Borken unterstützt die Maßnahme durch zdi-BSO-MINTplusinzwischen auch finanziell.

Direkter Kontakt ermöglicht Einblicke in den Berufsalltag

Besonders prägend war für Vanessa der direkte Kontakt zum Unternehmen: Der Besuch auf dem d.velop campus, die Gespräche mit Mitarbeitenden und die regelmäßigen Feedbackrunden während des Projekts: „Es ist etwas komplett anderes, wenn man wirklich vor Ort ist, die Menschen kennenlernt und ein Gefühl für den Berufsalltag bekommt. Das hat mir geholfen herauszufinden, dass Informatik nicht nur ein Schulfach ist, sondern auch ein Beruf für mich sein könnte.“

Neben den fachlichen Inhalten lernte Vanessa auch Fähigkeiten kennen, die heute zu ihrem Berufsalltag gehören: Präsentieren, im Team arbeiten, Feedback geben und annehmen sowie gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Die Schüler:innen arbeiteten dabei nach Methoden, die auch in der professionellen Softwareentwicklung eingesetzt werden.

Vanessa Kriebel steht vor einem Gebäude.
Der Besuch auf dem d.velop campus brachte Vanessa spannende Einblicke. Heute ist es ihr Arbeitsort. Foto: d.velop

Unterstützung macht den Unterschied

Dass Vanessa ihren Weg konsequent weiterverfolgte, lag nicht nur an ihrer eigenen Begeisterung. Unterstützung erhielt sie aus verschiedenen Richtungen: von ihren Eltern, einer engagierten Informatiklehrerin und ihrem Freundeskreis, für den MINT-Themen selbstverständlich waren.

Im Informatikunterricht war sie zwar nicht allein unter Jungen, Mädchen waren jedoch in der Minderheit. Trotzdem erinnert sie sich an eine positive Atmosphäre: „Informatik war einfach ein gemeinsames Interesse, unabhängig davon, ob jemand männlich oder weiblich war.“

Rückblickend sieht sie in den frühen Begegnungen mit dem Unternehmen bei der Schulkooperation oder auch beim Girls‘ Day einen wichtigen Schlüssel, um Berührungsängste abzubauen und berufliche Perspektiven sichtbar zu machen.

Heute Vorbild für die nächste Generation

Vanessa Kriebel steht vor einem Gebäude und spricht mit einer Kollegin. Unter dem Arm hält sie einen Laptop.
Foto: d.velop

Inzwischen arbeitet Vanessa als Softwareentwicklerin und begleitet selbst Schulprojekte, Girls’Day-Angebote und weitere Nachwuchsformate des Unternehmens. Dabei erlebt sie die andere Seite der Kooperation: den organisatorischen Aufwand, aber auch die positive Wirkung der Angebote auf junge Menschen. Dadurch weiß sie das damalige Engagement von d.velop noch mehr zu schätzen. Es sei nicht selbstverständlich, dass den Mitarbeitenden von Seiten des Unternehmens so viele Kapazitäten für die Nachwuchsförderung zur Verfügung gestellt werden. Obwohl sich diese Investition aus Vanessas Sicht absolut auszahlt.

Besonders beeindruckt sie, wie viele Schüler:innen während solcher Veranstaltungen merken, dass Informatik mehr sein kann als das Bild vom Programmieren vor dem Computer: „Man sieht, wie Menschen aufblühen, wenn sie etwas selbst entwickeln und merken: Das könnte mein Ding sein.“

Statt sich selbst in den Fokus zu rücken, möchte Vanessa vor allem Perspektiven aufzeigen und für andere ansprechbar sein: „Das Beste, was man machen kann, ist zu zeigen, was möglich ist, und für Fragen zur Verfügung zu stehen.“

Informatik braucht Teamgeist

Wer an Softwareentwicklung denkt, hat oft das Klischee der allein arbeitenden Programmiererin vor Augen. Mit der Realität hat das nach Vanessas Erfahrung wenig zu tun. Moderne Software entsteht in Teams. Kommunikation, Offenheit und die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen, seien mindestens genauso wichtig wie technisches Wissen.

Das Foto zeigt vier Personen in einem Meeting-Raum mit Laptops auf dem Schoß. Eine davon ist Vanessa Kriebel, sie lacht fröhlich.
Im Team gemeinsam Lösungen finden ist ein wichtiger Teil der Arbeit als Softwareentwicklerin. Foto: d.velop

Deshalb sieht Vanessa Vielfalt als wichtigen Erfolgsfaktor: „Jede Person bringt einen komplett eigenen Blickwinkel mit. Und je mehr Blickwinkel berücksichtigt werden können, desto besser können Produkte entwickelt werden.“

Neugierig bleiben

Auch nach mehreren Jahren im Beruf lernt Vanessa noch jeden Tag dazu. Genau darin sieht sie eine der wichtigsten Eigenschaften für eine Karriere im MINT-Bereich: die Bereitschaft, neugierig zu bleiben und sich ständig weiterzuentwickeln.

Für junge Frauen, die sich für Informatik interessieren, hat Vanessa einen Rat: ausprobieren, Fragen stellen und praktische Einblicke suchen. Praktika, Schulprojekte oder Aktionstage seien oft der beste Weg herauszufinden, ob ein Beruf wirklich zu den eigenen Interessen passt.

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